Unsere Nacht verlief heute alles andere als ruhig. Mitten in der Nacht hörten wir immer wieder dumpfe, bassartige Geräusche, die sich fast wie Explosionen anhörten. Da wir direkt oben am Ätna standen, dachten wir natürlich sofort an seismische Aktivitäten. Aufklärung dazu weiter unten.
Um 7:30 Uhr klingelte dann der Wecker. Nach einem kleinen Frühstück testete Jonas zum ersten Mal seine neue Bialetti – und sie funktionierte überraschend gut. Da er sich beim Kauf allerdings vermessen hatte und sie nicht richtig auf unseren Campingkocher passt, hielt er sie kurzerhand einfach für ein paar Sekunden über die Flamme. Funktionierte perfekt.
Direkt neben unserem Stellplatz war auch schon der Treffpunkt für unsere Tour. Dort lernten wir unseren Guide kennen, bekamen Helme und zahlten noch extra für die „Seilbahn“. Diese fuhr allerdings wegen Wartungsarbeiten gar nicht, weshalb wir stattdessen mit einem Allradbus nach oben gebracht wurden – etwas enttäuschend, wenn man trotzdem den gleichen Preis zahlt.
Der Bus brachte uns bis auf etwa 2500 Meter Höhe, von dort wanderten wir weiter bis auf knapp 2900 Meter. Die Landschaft war unglaublich beeindruckend: schwarzes Lavagestein, weiße Schneefelder, vorbeiziehende Wolken und in der Ferne grüne Hügel. Zwischendurch erklärte unser Guide immer wieder Spannendes über den Vulkan und seine Aktivität.
Besonders faszinierend war eine Höhle voller heißem Wasserdampf – dort war es plötzlich richtig warm. Ganz oben angekommen, wurde der Wind extrem stark. Hinter dem Gipfel war es dann aber überraschend windstill und der Boden angenehm warm. Dort machten wir unsere kleine Mittagspause.
Der Abstieg war dann fast noch lustiger als der Aufstieg: Ein Teil der Strecke führte durch Schnee und viele rutschten entweder aus oder glitten direkt auf dem Hintern den Hang hinunter oder ganz Special unser Guide: wie Skifahren runtersliden. Jonas erwischte es dabei natürlich auch einmal, sodass ich den Schnee in meinen Schuh bekam, da ich vor ihm lief.
Später kamen wir noch an einen Aussichtspunkt mit Blick auf eine riesige schwarze Vulkanlandschaft vorbei, die sich über etwa 40 Quadratkilometer erstreckt. Von dort oben sahen wir dann plötzlich Feuerwerk in der Ferne – und damit war auch das Rätsel der Nacht gelöst. Genau diese Explosionen hatten wir nachts gehört. Unser Guide erklärte uns, dass aktuell in der Stadt ein religiöses Fest gefeiert wird und deshalb dort Feuerwerk gezündet wird.
Unten angekommen ließ Jonas noch einmal die Drohne steigen, bevor wir gefühlt ewig auf unseren Bus warteten. Zurück an der Station gönnten wir uns erst einmal ein Radler und Jonas noch eine Lasagne.
Danach ging es knapp zwei Stunden Richtung Süden – diesmal wieder zu einem Campingplatz, damit wir endlich mal wieder duschen konnten. Dort wurden wir sehr freundlich empfangen und durften uns unseren Stellplatz selbst aussuchen. Natürlich entschieden wir uns für den Platz nächsten am Meer.
Danach gingen wir erstmal an den kleinen, aber sehr schönen Strand und entspannten in der Sonne. Plötzlich kam ein süßer Hund zu uns, ließ sich ausgiebig streicheln und legte sich schließlich direkt neben mich in den Sand, wo er an meinem Bein einschlief. Als wir später zurück zum Camper wollten, schaute er uns ganz traurig an und folgte uns sogar noch bis zu unserem Stellplatz.
Am Abend gingen wir duschen, kochten mit offener Tür und Meeresrauschen im Hintergrund und ließen den Tag mit einem Glas Wein entspannt ausklingen.























