Gestern ging es nach dem Frühstück wieder an einen neuen Strand. Dieser war zwar deutlich voller als unsere fast menschenleere Bucht vom Vortag, aber zum Glück längst nicht so voll wie die Aquarium Bay an unserem ersten Strandtag. Dafür war der Weg diesmal herrlich unkompliziert: Der Strand lag direkt in der Nähe der Straße und wir mussten weder lange suchen noch durch irgendwelches Gestrüpp klettern.
Kaum angekommen, ging es natürlich erstmal direkt ins Wasser. Beim Schwimmen entdeckten wir neben dem eigentlichen Strand noch zwei kleine Buchten. In der weiter außen gelegenen packte gerade eine Frau ihre Sachen zusammen, weil die kleinen Wellen immer weiter in die Bucht hineinkamen. Wir nutzten unsere Chance, holten schnell unsere Sachen und bauten dort unser eigenes kleines „Lager“ auf.
Damit hatten wir plötzlich unsere ganz persönliche kleine Bucht. Den restlichen Tag verbrachten wir dort mit Entspannen, Schwimmen und Schnorcheln. Irgendwann versuchten wir sogar, einen kleinen Damm zu bauen, um die immer höher kommenden Wellen etwas aufzuhalten. Unser Bauwerk hielt allerdings nicht besonders lange und wurde ziemlich schnell wieder vom Meer weggespült. Also verlagerten wir unser Lager irgendwann etwas weiter nach hinten auf die Felsen.
Nach einem weiteren entspannten Strandtag ging es zurück zu unserer Unterkunft. Dort kochten wir gemeinsam und ließen den Abend gemütlich ausklingen.
Heute wollten wir etwas früher starten, denn unser Plan war, eine der beiden kleinen Buchten vom Vortag für uns zu ergattern. Als wir ankamen, waren allerdings beide bereits besetzt. Also musste spontan Plan B her.
Wir fuhren ein Stück weiter zu einem anderen Strand. Schon vorher hatten wir bei Google Maps gelesen, dass die Parkplatzsituation dort etwas speziell sein soll. Angeblich gibt es ein „Free Parking“-Schild, der Parkplatz gehört allerdings zu einer Beach Bar beziehungsweise zum dazugehörigen Strand und kann für Besucher anderer Buchten doch zum Problem werden.
Wir wollten unser Glück trotzdem versuchen und fuhren zunächst in Richtung des ausgeschilderten Parkplatzes. Als wir etwas davor am Straßenrand stehen wollten, kam direkt ein Mann auf uns zu und erklärte lautstark, dass der Parkplatz kostenlos sei, wir dann aber auch auf dem richtigen Parkplatz stehen müssten. Also fuhren wir die paar Meter weiter und stellten das Auto dort ab.
Als wir anschließend in Richtung unserer eigentlichen Zielbucht loslaufen wollten, kam derselbe Mann wieder auf uns zu und erklärte uns, dass der Parkplatz nur für den privaten Strand gedacht sei – obwohl wir ihm vorher mehrfach gesagt hatten, dass wir genau dort nicht hinwollten. Irgendwann wurde uns die Diskussion zu nervig. Also stiegen wir wieder ins Auto, fuhren ein Stück die Straße hinauf und parkten dort. Von da aus liefen wir einfach zurück.
Am Eingang zum ersten Strand wurden wir direkt von den nächsten Leuten angesprochen. Diesmal ließ sich aber schnell klären, dass wir lediglich durchgehen und zu einer anderen Bucht wollten. Danach konnten wir endlich weiter.
Der Weg zu unserem eigentlichen Ziel war dann noch mit ein bisschen Klettern verbunden. Als wir schließlich unten ankamen, wussten wir aber sofort, dass sich das ganze Hin und Her gelohnt hatte: In der kleinen Bucht lag lediglich ein Boot mit einem Pärchen – ansonsten hatten wir sie praktisch für uns allein.
Wir bauten unser Lager auf und sprangen direkt ins Wasser. Die Bucht war wirklich wunderschön und für uns sogar eine der schönsten, die wir bisher in Albanien gesehen hatten. Das Wasser war wieder kristallklar und wir verbrachten die nächsten Stunden abwechselnd mit Schwimmen, Schnorcheln und Entspannen.
Hin und wieder paddelten ein paar Kajakfahrer in die Bucht und zwischendurch kam noch ein weiteres Boot vorbei, das allerdings nur wenige Minuten blieb. Ansonsten war es herrlich ruhig.
Am Nachmittag packten wir unsere Sachen zusammen, denn wir wollten noch zu einem Café bei einer Burg fahren. Dort angekommen stellten wir unser Auto zunächst vor der Burg ab und wollten zu Fuß in Richtung Café laufen. Kaum waren wir ausgestiegen, kam allerdings schon wieder ein Mann auf uns zu und hielt uns ein Schild mit 300 Lek pro Person entgegen.
Wir versuchten ihm zu erklären, dass wir gar nicht zur Burg wollten, sondern lediglich zum Café. Wirklich verstanden hat er uns offenbar nicht und zeigte immer wieder nur auf einen Informationsplan. Gleichzeitig beobachteten wir, wie andere Besucher mit ihren Autos einfach an ihm vorbeifuhren, ohne etwas zu bezahlen.
Also dachten wir uns, dass die Gebühr vielleicht nur für Fußgänger beziehungsweise Burgbesucher gilt, stiegen wieder ins Auto und fuhren ebenfalls an ihm vorbei. Er reagierte zunächst überhaupt nicht.
Am Ende der Straße fanden wir allerdings keinen Parkplatz und wollten deshalb ein Stück zurückfahren. Plötzlich kam von hinten ein Auto angefahren und hielt direkt hinter uns. Der Mann mit dem Schild sprang heraus, kam zu uns und schrie uns nur noch an, dass wir verschwinden sollten.
Damit war das Café für uns endgültig erledigt. Nach den verschiedenen Diskussionen rund um Parkplatz, Strand und Burg hatten wir für heute genug. Leider haben wir von der oft beschriebenen albanischen Gastfreundschaft bisher noch nicht besonders viel mitbekommen – und heute war definitiv einer der Tage, an denen einige Begegnungen eher anstrengend als herzlich waren.
Also fuhren wir zurück zur Promenade und verbesserten unsere Stimmung erstmal mit einem Eis. Danach ging es zurück zur Unterkunft und noch eine Runde in den Pool.
Den Abend verbrachten wir wieder ganz entspannt auf unserer Terrasse: gemeinsam essen, zusammensitzen und zum Abschluss natürlich noch eine Runde Siedler von Catan.







