Heute gönnten wir uns wieder ein langes Ausschlafen. Gegen 12 frühstückten wir und überlegten, was wir am Tag unternehmen wollen. Fabi hat um 13 Uhr einen Call, weshalb er im Haus blieb. Wir vier wollten einen Tagesausflug zu Skibotn machen. In der Nacht war es wieder warm geworden, sodass viel Schnee geschmolzen war und eine Eisfläche den Weg runter lief. Jonas und ich sind mit den Plastikschalen wieder runtergerutscht. Meine Mama hat sich Spikes über die Schuhe gezogen. Mein Papa jedoch nicht und rutschte bei einer Kurve aus - dabei knallte er auf den Rücken, dann auf den Kopf und rutschte ein paar Meter den Berg runter. Ihm geht es aber soweit gut.
Auf dem Weg nach Skibotn hielten wir bei einer Aussichtsfläche an, wo man auf Skibotn und den Fjord gucken konnte. Dort stand ebenfalls eine Schaukel, auf der Jonas und ich erstmal geschaukelt haben. Dann sind wir weiter zu einem Wasserfall gefahren. Dadurch, dass Winter war, war der Wasserfall nicht gut zu sehen, da man sich erstmal durch Schneemassen kämpfen musste. Bei dem Platz standen wir erstmal eine Weile in der Hoffnung Polarlichter zu sehen. Leider bekamen wir dort keine zu Gesicht, da es doch etwas bewölkt war. Als sich Jonas dann gefragt hatte, was hinter dem Berg ist, meinte ich: die finnische Grenze. Nur 20 Minuten dann war man in Finnland. So sind wir also die kurze Strecke dorthin gefahren und haben kurz vor dem Schild der Grenze angehalten, da wir mit dem Mietwagen nur in Norwegen fahren dürfen. Als wir ausstiegen, kam uns erstmal starker Wind entgegen. Beim Hochschauen sahen wir einen klaren Himmel mit unzähligen Sternen. Hier verbrachten wir auch einige Zeit. Doch nach Befragung der Apps für Polarlichter war die Chance nicht sonderlich hoch. Also fuhren wir nach einer Stunde wieder zurück. Auf dem Weg hielten wir bei einer Tankstelle. Als wir dann wieder losfuhren, schaute ich auf die Webcam von Skibotn. Dort konnte man ein Polarlicht sehen. Also fuhren wir bei der nächsten Bucht hinein und sprangen aus dem Auto. Da war es: unser erstes Polarlicht. Mit der Handkamera konnte man es gut sehen, jedoch mit dem bloßen Auge nicht sonderlich. Trotzdem schauten wir weiter in den Himmel und machten viele Fotos. Nach einer Zeit war jedoch nichts grünes mehr zu erkennen - auch nicht mit dem Handy. Somit fuhren wir weiter. Ich schaute noch einmal aus dem Fenster und konnte etwas erkennen. Somit lenkte Jonas das Auto wieder schnell in eine Bucht und wir stiegen aus. Diesmal konnte man das Polarlicht auch mit bloßem Auge erkennen. Es war jedoch nicht sonderlich grün, sondern eher weiß/hell. Trotzdem sah man es sehr gut und auch wie schnell es sich bewegte und veränderte. Bis sich die nächste Wolkendecke drüber schob, standen wir dort am Straßenrand.
Danach ging es dann wirklich auf den Heimweg. Vorher stoppten wir noch beim Supermarkt für ein paar Dinge (vor allem Snacks für die morgige Tour). Beim Haus angekommen, war es schwierig die eisige Fläche hoch zum Haus zu kommen, wenn man keine Spikes anhat. Jedoch schafften wir es diesmal alle ohne Unfall hoch zum Haus zu gelangen. Dort bereiteten wir das Abendessen zu. Es gab heute Kötbullar mit Pommes und Lauch.
Beim Abendessen erzählten wir Fabi, dass wir Polarlichter gesehen haben und zeigten unsere Bilder. Nach dem Essen schaute ich noch einmal die Webcam für Skibotn an und sah, dass erneut Polarlichter dort zu sehen waren. Zu dem Ort fährt man nur eine Stunde, also sind meine Papa, Fabi und ich noch einmal los. Diesmal hatte mein Papa sich auch Spikes angezogen, um den Berg herunter zu gehen, während Fabi und ich runter gerutscht sind. Als wir dann in Skibotn angekommen sind, waren die Polarlichter leider schon weg. Der Himmel war nur mäßig bewölkt und man konnte den Mond sehen. Während wir dort am Straßenrand standen, kamen uns ganz viele Reisebusse und Minivans entgegen, die wohl mit ihrer Tour gerade von der finnischen Grenze kamen und bereits Polarlichter gesehen haben, denn es war bereits halb 12. So dicht an der Straße war es nervig, dass alle paar Minuten LKWs und PKWs mit ihrem Fernlicht an uns vorbei fuhren, weshalb wir weiter zu dem Ort fuhren, wo der Wasserfall ist, da man dort nicht so nah an der Straße ist. Da allerdings hier alles bewölkt war, fuhren wir direkt weiter zur finnischen Grenze, denn dort war es vorhin ja sternenklarer Himmel. Auf dem Weg dorthin musste Fabi einmal fast eine Vollbremsung machen, da zwei Elche die Straße überquerten. Als wir bei der Grenze ankamen, war es hier leider auch bewölkt, aber dafür windstill und unglaublich leise. Man konnte fast nichts hören, außer ab und an Hundegebell, was jedoch weit weg war. Hier standen wir nun ca. eine Stunde, während der Himmel immer weiter aufging. Leider konnten wir hier nichts sehen und auch die Livecams zeigten nirgendwo Polarlichter und die Chance lag mittlerweile auch nur bei 14%. Also entschlossen wir wieder zurück zu fahren.
Auf der Strecke zurück nach Skibotn schaute ich noch einmal auf die Webcam und sah krasse Polarlichter. Also schaute ich aus dem Fenster und spottete sie. Also fuhren wir direkt an die Seite und stiegen aus. Diese Polarlichter waren nochmal deutlich krasser als die, die wir vorher gesehen hatten. Man konnte das grün auch mit bloßem Auge erkennen und sehen wie die Aurora sich verformte, mal farbintensiver wurde und an neuen Stellen wieder aufblitzte. Das war echt ein einmaliges Erlebnis und wunderschön! Hier standen wir nun eine halbe Stunde und schauten diesem beeindruckenden Schauspiel zu. Ich konnte es sogar auf Video einfangen! Glücklich und zufrieden fuhren wir dann wieder zurück zum Haus, als die Show zu Ende war.
























